Dienstag, 15. Juli 2014

Wo mein Herz schlägt.


Als Journalistin für einen christlichen Radiosender begegnet mir diese Situation immer wieder: Ich scrolle mich durch das Programm eines Kongresses und es fällt mir unweigerlich auf, dass wenig bis keine Frauen als Rednerinnen eingeladen wurden. Das selbe, wenn ich AnsprechpartnerInnen in freikirchlichen Verbänden suche: fast nur Männer in den leitenden Positionen. Und privat besuche ich seit einem halben Jahr eine modern ausgerichtete Freikirche, habe aber dort noch nie eine Frau predigen gehört. Ok, einmal: in einer "Ladies' celebration".
Auf den christlichen Bühnen fehlen die Frauen. 

Vor ein paar Monaten sprach ich einen der Organisatoren eines Kongresses für Jugendleiterinnen und –Leiter darauf an, dass von über einem Dutzend (!) Vorträgen und Workshops kein einziger von einer Frau geleitet wurde. Er reagierte mit Erstaunen. Das sei ihm gar nicht aufgefallen. 

Als Frau in der Kirche brauche ich Pastorinnen, als Vorbilder und Identifikationsfiguren. Als Journalistin will ich kompetente und interessante Ansprechpartnerinnen - und zwar auch im (frei-)kirchlichen Bereich. Beides fehlt mir oft, und diese Situation frustriert mich immer stärker. 
Und dann gibt es die inspirierenden Begegnungen, die mein Herz stärker schlagen lassen: Gespräche mit Frauen, die ihren Weg in der Kirche gehen. Starke Frauen, die mir Vorbilder sind. Weil sie sich in ihrer Berufung nicht einschränken lassen von Leuten, die finden, Frauen dürften dies und das nicht. Jedenfalls nicht in der Kirche. 
Mit diesem Blog will ich konstruktive Gedanken, Links, Texte und Videos zum Thema sammeln. Gedanken, die Frauen ermutigen, ihre Berufung innerhalb der Kirche zu verfolgen und wahrzunehmen. Es geht nicht um Selbstverwirklichung. Sondern darum, unseren Platz als Frauen einzunehmen - auch wenn er am Rednerpult ist.
Frauen sollen im Gottesdienst predigen – nicht „nur“ Musik machen. Frauen sollen Bibelstunden leiten und nicht „nur“ Kindergottesdienst. Studiengänge mit dem Berufsziel Pastor müssen für Frauen attraktiv angepriesen werden. Es braucht mehr Dozentinnen an den theologischen Ausbildungsstätten. Und Frauen müssen in Vorständen von Kirchen und christlichen Institutionen vertreten sein. 


Eine Fussnote: Mit meinen Beobachtungen bewege ich mich im freikirchlichen Bereich. Die evangelisch-reformierte Landeskirche ist in Punkto Gleichberechtigung bereits viel weiter, während in der katholischen Kirche die Situation brodelt, aber festgefahren ist.

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