Sonntag, 5. Juni 2016

Jetzt oder nie

Eigentlich ist es völlig unvernünftig. Anfang Dreissig schmiedet man für gewöhnlich andere Pläne, als nochmals ein volles Studium in Angriff zu nehmen. Aber vielleicht ist gerade deshalb der richtige Zeitpunkt: Jetzt oder nie. 

In einem sehr hellen Moment in einer ziemlich dunklen Bar sagte ich bereits vor drei Jahren zu einer Freundin, dass ich irgendwann noch Theologie studieren werde. Und in der Zwischenzeit hat sich herauskristallisiert: Ich kann nicht anders. Das Teilzeit-Nachdiplom-Basis-AT-NT-Fernstudium, das ich vor einem Jahr angefangen habe, hat die Lust auf Wissen, Thesen und Debatten nicht gestillt. Sondern es hat mir vollends den Ärmel reingenommen. Bei Interviews mit TheologInnen wurde aus "Spannend, was die alles wissen" langsam, aber sicher: "Wow, da will ich mitreden können!". Und wenn ich mir vorstellte, am Montag, 19. September ganz normal meiner Arbeit nachzugehen, während an den Universitäten das Semester beginnen würde - ohne mich! -, stellte sich etwas in mir auf die Hinterbeine. Ich will nicht irgendwann zurückblicken und feststellen müssen, dass ich es nicht wenigstens versucht habe.

Also kratze ich meinen gesamten Mut (und mein Erspartes...) zusammen. Ab Herbst werde ich Hebräisch und Griechisch lernen und Vorlesungen mit Titeln wie "Grundkurs Dogmatik" und "Antikes Christentum I" besuchen. Ich werde herausfinden, ob die Theologische Fakultät der Uni Zürich auch modernere Hilfsmittel als Hellraumprojektoren führt, und versuchen, noch ein bisschen mehr nützliches über "Evernote" herauszufinden. 

Ich habe mir vorgenommen, hier wieder etwas regelmässiger zu bloggen. Feel free to comment (auch auf Twitter!). Tipps von gestandenen Studierenden und Inputs von angefressenen TheologInnen sind herzlich willkommen. 

Keine Kommentare:

Kommentar posten