Montag, 13. Juni 2016

"What would you do if you weren't afraid?"

Und natürlich dann immer die Frage: "Wie wirst du dir das Studium denn finanzieren?" Well - ja, gute Frage. So viel verdient man als Journalistin ja auch nicht, als dass ich mir jetzt ein lockeres Studentenleben machen könnte. Mit meinem Ersparten komme ich wohl zwei, drei Semester über die Runden. Um ehrlich zu sein, die Geldfrage bringt mich schon manchmal um den Schlaf.

Dann dreht es in meinem Kopf, ich sehe vor meinem inneren Auge die Zahl auf dem monatlichen Kontoauszug drastisch kleiner werden und frage mich, ob es wirklich eine gute Entscheidung war, meinen Job zu kündigen. Die Sicherheit aufzugeben. Warum kann es nicht simpel sein, ich völlig glücklich und erfüllt mit meiner Arbeit und keinerlei Ansprüche, mich mehr weiterzubilden als alle zwei Jahre ein Journalistenkürsli am MAZ. Warum reicht mir dieses theologische Basics-CAS nicht, das ich jetzt noch zu Ende führe? Warum muss es unbedingt mehr sein? Dann bin ich so halb wütend, ja, irgendwie auf Gott, weil er mich so gestrickt hat. Ich fühle mich ausgeliefert, denn es wäre einiges einfacher, wenn da nicht dieses Brennen wäre. Die Lust, mehr zu lernen und mehr zu wissen. Und gleichzeitig bin ich genau deswegen auch zutiefst überzeugt, dass es die richtige Entscheidung ist.

Eine Strategie für diese Momente: Kurz bevor ich meine Kündigung eingereicht habe, habe ich ein kleines, leeres Buch zum "Mutbuch" gemacht. Dort schreibe ich all die starken, positiven Gedanken hinein, ermutigende Gespräche, Tweets, Zitate. Ein Bibelvers, eine Begegnung, ein Gedicht. Dinge, an denen ich mich festhalten will, wenn die Sorgen Überhand nehmen oder das Konto ins Minus kippt.

Das Zitat stammt aus dem Buch
"Lean in" von Sheryl Sandberg.

"What would you do if you weren't afraid?"

"18.4.: Angemeldet an der Uni. Die Entscheidung steht fest."

"6 Jahre Studium - aber noch 30 Jahre Arbeitsleben." Und bei dieser Seite hoffe ich beim Durchblättern ganz, ganz leise, dass mich dann nicht fünf Jahre nach dem Master wieder so eine verrückte Idee packt und mich um den Schlaf bringt.

Keine Kommentare:

Kommentar posten