Über diesen Blog

Als Journalistin für einen christlichen Radiosender begegnet mir diese Situation immer wieder: Ich scrolle mich durch das Programm eines Kongresses und es fällt mir unweigerlich auf, dass wenig bis keine Frauen als Rednerinnen eingeladen wurden. Das selbe, wenn ich AnsprechpartnerInnen in freikirchlichen Verbänden suche: fast nur Männer in den leitenden Positionen. Und wenn Frauen predigen, dann oft zu "Frauenthemen" oder an expliziten "Ladies' celebrations".

Auf den christlichen Bühnen fehlen die Frauen. 


Kürzlich sprach ich einen der Organisatoren eines Kongresses für Jugendleiterinnen und –Leiter darauf an, dass von über einem Dutzend (!) Vorträgen und Workshops kein einziger von einer Frau geleitet wurde. Er reagierte mit Erstaunen. Das sei ihm gar nicht aufgefallen.


Als Frau in der Kirche brauche ich Pastorinnen, als Vorbilder und Identifikationsfiguren. Als Journalistin will ich kompetente und interessante Ansprechpartnerinnen - und zwar auch im (frei-)kirchlichen Bereich. Beides fehlt mir oft, und diese Situation frustriert mich immer stärker.

Und dann gibt es die inspirierenden Begegnungen, die mein Herz stärker schlagen lassen: Gespräche mit Frauen, die ihren Weg in der Kirche gehen. Starke Frauen, die mir Vorbilder sind. Weil sie sich in ihrer Berufung nicht einschränken lassen von Leuten, die finden, Frauen dürften dies und das nicht. Jedenfalls nicht in der Kirche. 
Mit diesem Blog will ich konstruktive Gedanken, Links, Texte und Videos zum Thema sammeln. Gedanken, die Frauen ermutigen, ihre Berufung innerhalb der Kirche zu verfolgen und wahrzunehmen. Es geht nicht um Selbstverwirklichung. Sondern darum, unseren Platz als Frauen einzunehmen - auch wenn er am Rednerpult ist.

Frauen sollen im Gottesdienst predigen – nicht „nur“ Musik machen. Frauen sollen Bibelstunden leiten und nicht „nur“ Kindergottesdienst. Studiengänge mit dem Berufsziel Pastor müssen für Frauen attraktiv angepriesen werden. Es braucht mehr Dozentinnen an den theologischen Ausbildungsstätten. Und Frauen müssen in Vorständen von Kirchen und christlichen Institutionen vertreten sein.


Eine Fussnote: Mit meinen Beobachtungen bewege ich mich im freikirchlichen Bereich, obwohl ich inzwischen Mitglied der evangelisch-reformierten Landeskirche bin. Meine freikirchliche Vergangenheit und mein Netzwerk dort motiviert mich, mich in dieser Frage weiter dort zu engagieren.

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